Freitag, 21. Januar 2011

Julia beim Zahnarzt

Nachdem es jetzt offiziell ist, dass ich kein Loch habe und auch sonst alles top mit meinen Zähnen ist, kann ich zugeben, dass ich eine ganze Weile Zahnschmerzen hatte. So kam es also zu meinem ersten Arztbesuch hier in Amerika. Bekannte von mir hatten mir einen Termin bei ihrem Zahnarzt besorgt, der super sein sollte, weshalb ich dem Ganzen eigentlich relativ gelassen entgegen gesehen habe…

Ich kam also in der Mittagszeit an und bekam ein Blatt ausgehändigt, dass jeder Patient bei seinem ersten Besuch ausfüllen muss. Soweit nichts ungewöhnliches, bis man die zweite Seite des „Booklets“ aufgeschlagen hat. Denn ein amerikanischer Zahnarzt möchte doch so einiges über einen wissen! Da reicht es nicht anzugeben, ob man in den letzten xy Stunden blutverdünnende Mittel eingenommen hat, nein, hier musste ich angeben, an welchen Körperstellen ich am meisten schwitze, wie oft ich am Tag auf Toilette gehe, etc. pp… Ich habe also zunächst etwas gestutzt, aber dennoch alles brav ausgefüllt, denn schließlich wollte ich ja kein Risiko bei der Behandlung eingehen ;-)

Als ich 20min später mit dem Ausfüllen des Bogens fertig war, wurde ich dann auch gleich ins Behandlungszimmer geführt. Trotz meiner Angabe lediglich unter Zahnschmerzen in einem Zahn zu leiden, wurde bevor der Arzt kam, geröntgt, ein Abdruck genommen und allerlei Papier in meinem Mund hin und her geschoben. Außerdem konnte ich zwischen jeglicher multimedialer Belustigung wählen, die mir überhaupt in den Sinn gekommen wäre, worauf ich aber dankend verzichtet habe.

Obwohl ich auch jetzt noch Zahnschmerzen hab, muss ich doch sagen, dass sich der Zahnarztbesuch gelohnt hat… Denn in dem Moment, als der Arzt das Behandlungszimmer betrat, gingen meine Gedanken in die Richtung „Das mit dem Schwitzen kannst du auch gern persönlich rausfinden...“

Wow, was für ein Zahnarzt! Und noch dazu nett. Aber das sollte er für 150$ Behandlungskosten wohl auch sein. Und für alle Neugierigen – nein, trotz anhaltender Zahnschmerzen gehe ich in absehbarer Zeit nicht noch einmal hin, ich vertrau da ganz auf den Rat meiner Eltern, der etwa so lautete: „Julia, du wirst alt, da gehören Zahnschmerzen eben dazu.“

Ein weiteres Highlight meiner Woche war definitiv das Revival von Smokie – zumindest hier in Port Huron dürften diese nämlich diese Woche die youtube-Charts anführen. Denn durch einen dummen Zufall war ich auf das Lied „Living next door to Alice“ gestoßen und fand es meiner Chefin wie auf den Leib geschnitten (die dürfte so einige Männerherzen in ihrem Leben auf dem Gewissen haben, denn sie ist einfach „gorgeous“) Ich habe das Lied also zunächst meinen Mitbewohnern vorgespielt, die es noch nie zuvor gehört hatten und sich, da sie Alice ja kennen, kaputt gelacht haben.

Das erste, was ich also am nächsten Tag auf der Arbeit gemacht habe: Alice und meinen anderen Arbeitskollegen „Who the f*** is Alice“ vorzuspielen. Diese konnten sich ebenfalls kaum einkriegen. (Vor allem weil in dem Lied ja nicht nur 1 Mal das Wörtchen „f***“ verwendet wird, welches hierzulande zensiert werden muss). Dabei kamen uns dann Ideen wie: Aus diesem Liedtext eine Laudatio auf Alice zu schreiben (sie erhält tatsächlich bald nen Preis für ihr Engagement), oder alle Radiostationen abzutelefonieren, damit sie das Lied spielen. (Eine hat Alice Ehemann, der zwischenzeitlich auch dazu gestoßen war wirklich angeschrieben).

Auch wenn unser Erfolg bei den Radiosendern wohl eher ausbleiben dürfte, jeder der in den letzten zwei Tagen das Büro betreten hat, kam ohne einmal Smokie gehört zu haben nicht wieder hinaus und da dieser song fast schon für Alice geschrieben sein muss und in Port Huron jeder Alice kennt, könnte ich mir vorstellen, dass er ziemlich bald überall bekannt ist.

2 Kommentare:

  1. Planet needs a new source of energy - conventional (oil, gas) will destroy us ... Seeking partner for project implementation. www.energyland.org.ua

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  2. Julia, geniale Sache :) Ich bin gespannt wie euer Alice-Song weitergeht :) Wir hingen gerade übrigens zu zweit über den Rechner und haben auch herzlich gelacht :)
    Viele liebe Grüße aus Dschörmänie :)
    Wiebke

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