Ich weiß, dass die folgende Sätze sehr unhöflich klingen werden und das tut mir auch wahnsinnig leid, denn bisher bin ich hier so wunderbar aufgenommen worden, aber auf genau diese 3 Sätze würde ich sehr gut verzichten können:
1. Oh, where are you from in Germany?
Denn die wenigsten Leute hier können etwas damit anfangen, wenn ich ihnen erkläre, dass ich aus Hannover komme und diese Stadt im Norden liegt (, außer dass es dort ganz berühmte Bretzel gibt :-) Und falls ganz zufällig jemand, dem ich in den nächsten Wochen begegnen werde, der nicht aus Deutschland kommt, diesen Blog liest: Nein, Hannover ist nicht in der Nähe von München!
2. What are you thinking about America?
Diese Frage habe ich gefühlt von allen 150 Volunteers hier auf dem Campus gestellt bekommen und ich habe sie 150 Mal gleich beantwortet (natürlich höflich und absolut begeistert!). Deshalb mein Tipp: Lasst auch einfach ein T-Shirt bedrucken mit dem Slogan "America is the most beautiful country in the world". An dieser Stelle geht ein Danke an Arno - ich hätte es wissen müssen.
Und dieser Satz wird mich wahrscheinlich über die gesamte Dauer meines Aufenthalts begleiten:
3. Does that make sense to you?
Liebe Lehrer und Referenten, dieser Satz ist genauso aufschlussreich wie: "Sind alle da?" Wenn auch nur die Hälfte alle Teilnehmer mit "Ja" antwortet, heißt das noch lange nicht, dass alle an Bord sind - ob nun physisch oder psychisch.
Aber ich möchte hier keinen falschen Eindruck vermitteln und zu den zahlreichen tollen Erlebnissen kommen! Denn gestern Abend durfte ich einen typisch amerikanischen Abend in downtown verbringen! Wir wurden von der College-Freundin meiner Mitbewohnerin abgeholt und sind zunächst zu einem Schnellrestaurant gefahren. Das allein war schon sehr erlebnisreich für mich, denn neben uns fuhren die Motorradfahrer ohne Helm oder jegliche andere Schutzkleidung, da es hier in Minnesota keinerlei Helmpflicht gibt.
Außerdem war ich froh nicht fahren zu müssen, denn bei so großzügig ausgebauten Straßen und einem speedlimit von 41 miles per hour hätte es mir doch sehr in den Füßen gekribbelt...Anschließend sind wir dann mit dem Auto durch Minneapolis gefahren und haben uns die Stadt aus dem Auto raus angeschaut - da habe ich mich schon sehr amerikanisch gefühlt! Aber natürlich haben wir das Wahrzeichen der Stadt - den Skulpturen-Garten - dann doch zu Fuß erkundet.
Abschließend ging es in eine typisch amerikanscihe Bar, wie sie laut meinen Mitbewohnern in jeder Vorstadt anzutreffen ist. Von außen sah es eher aus wie eine Lagerhalle in einem beliebigen Gewerbegebiet in Deutschland mit etwas mehr Lichtreklame. Innen war dann aber deutlich mehr Stimmung, da es ausreicchend Bildschirme gab, um jedem Gast einen ungehinderten Blick auf das Baseballspiel der Twins zu ermöglichen.
Außerdem scheinen zu der Standardausrüstung einer guten amerikanischen Bar mindestens ein dutzend Spielautomaten zu gehören. Dabei war der mit Abstand beliebteste Spielautomat jener, an dem man mit Plastikgewehren auf Löwen oder andere Wilderer schießen konnte. Jedenfalls hat der gestrige Abend mein Interesse an Baseball geweckt, mir aber auch gezeigt, dass das Bier hier nicht so schmeckt wie in Deutschland, auch wenn es so heißt...
Versuchs doch mit "Hannover...well near to Berlin..." Das glaubt manch Münchner auch, also werden es die Amis schon verstehen.
AntwortenLöschenSchön von dir zu hören und dass es dir gut geht!
Liebste Grüße aus Stuttgart (near to Munich...;-))
P.S.: Das gelb ist echt stressig zu lesen...
Freut mich, dass du dein Interesse für Baseball jetzt auch geweckt wurde (noch ein Thema mehr für unsere langen Gespräche *g*).
AntwortenLöschenUnd natürlich freut mich umso mehr, dass du gut angekommen bist und dich - deinen Berichten zufolge - gut eingelebt hast! Die Bilder vermitteln schon mal einen guten ersten Eindruck. Kannst du allerdings noch eins machen, wie du abends mit Anlauf in dein Bett hüpfst ;-)? Solche Flug-Bilder machen wirklich was her - weiß ich aus eigener Erfahrung...
Danke übrigens noch für die Keks-Karte, ist echt zum Anbeißen. Damit, dass Leibniz aus Hannover kommt hast du mich genauso überrascht wie mit den Salz-Brezeln. Ich dachte immer, wir ausm Süden hätten das Brezel-Patent.
Wie war dein Arbeitsstart am Montag? Bin schon total gespannt, mehr von dir zu hören! Lass es dir gutgehen und pass auf dich auf!
Du fehlst!
Aline