Dennoch gibt es ein Gemüse, dass sich hier in fast jedem Essen befindet, vielleicht weil man damit versucht die ungewöhnlich hohe Kalorienzufuhr durch Käse, Cookies, Chips (gibt es auch zu fast jedem Essen dazu)und icecream zu kompensieren. Keine Ahnung ob Sellerie tatsächlich gute Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat, mir schmeckt er jedenfalls nicht. Und ich kann absolut nicht verstehen, wie die sonst so „leckeren“ Amerikaner dieses Gemüse lieben können.
Freitag gab es dann doch einmal Gemüse, nämlich Sauerkraut. Sssszauerrkrowd wie der Amerikaner es ausspricht. Und ich nehme mal an, dass meine Anwesenheit vielleicht auch an diesem Essen Schuld war. Sauerkraut allein schmeckt aber ja nicht, deshalb wird es hier mit ungefähr 5 Litern Bratensoße gekocht, damit man auch ja kein Ssszauerrkrowd mehr schmeckt. Dennoch vielen lieben Dank an dieser Stelle an all jene, die mir hier ein bisschen Heimat zaubern wollen.
Zu meinem Leitwesen hatten auch viele Besucher dieses Picknicks (es waren insgesamt vielleicht 150) die Samstags-Ausgabe des Times Herald gelesen. Die Times Herald ist die Regions-Zeitung, in welcher ich sowohl auf der ersten als auch mit einem fast ganzseitigen Artikel im mittleren Teil abgebildet wurde. So hatten viele Leser die Möglichkeit mich auf einem der drei Fotos zu erkennen und die lokale Berühmtheit dann auch ganz persönlich beim Picknick zu treffen ;-) Naja, dieser Vorfall zeigt zumindest, dass der Inhalt lokaler Medien hier wirklich nicht so anspruchsvoll ist und man es eher in Port Huron, als in Hollywood versuchen sollte, wenn man zu einem Society Girl werden möchte. Dennoch habe ich beschlossen diese Karriere frühzeitig zu beenden…
Unter „Picknick“ versteht der Amerikaner an sich übrigens auch was ganz anderes als wir. Wie schon erwähnt liegt die Teilnehmerzahl deutlich über der, die wir so vermuten. Die Decken werden durch einen überdachten Platz mit bequemer Bestuhlung ersetzt (vermutlich weil manche sonst einfach nicht wieder aufstehen könnten…) und statt eines Picknickkorbs mit mitgebrachtem Essen wartet ein Catering Service mit HotDogs und Hamburgern. Um sich auch der anstrengenden kleinen entledigen zu können, gab es dann außerdem einen Clown und einen Zauberer.
Neben den kulinarischen Eindrücken die ich gesammelt habe, habe ich mich die letzten Tage vor allem am Wasser aufgehalten, was dank der 36 Grad die wir hier haben (ich habe tatsächlich ein Thermometer mit °C-Angaben gefunden, sodass dies keine eigenwillige Umrechnung von mir ist!) natürlich sehr angenehm ist.
Freitag habe ich meine Mittagspause im „Great Lake Maritime Center“ verbracht. Außer mir wird dieses eher von älteren Herrschaften besucht und wahrscheinlich geschätzt, da dort jedes vorbeifahrende Schiff mit Namen, Baujahr, Fassungsvermögen und all seinen Besonderheiten sowie seiner Geschichte angesagt wird. Des Weiteren erhält man Ansagen, wann das nächste Schiff erwartet wird und ob es sich lohnt zu bleiben.
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