Genug der Ausreden (ein bisschen faul war ich nämlich sicherlich auch), ich komme jetzt lieber zu all den Ereignissen der letzten Wochen, bzw. des kompletten letzten Monats – noch einmal ENTSCHULDIGUNG!
Was ich in den letzten Wochen gelernt habe:
- Ich dachte immer, ich kann gut Eislaufen – in Michigan gehöre ich definitiv eher zur unteren Mittelschicht in Sachen Schlittschuhlaufen!
- Der legale Waffenbesitz ist tatsächlich eines der amerikanischen Ideale
- Das Gesundheitsamt ist keine deutsche Erfindung und auch Suppenküchen unterliegen strengster Kontrolle
- Die Deutschen sind in Chicago eingefallen ;-)
- In Kanada ist es Stripperinnen erlaubt sich komplett auszuziehen, während hier in Amerika das Höschen nicht ausgezogen werden darf…
- Jedes Land hat die freie Wahl, wann es seine Zeit von Sommer- auf Winterzeit umstellt – in der letzten Oktoberwoche zu reisen kann also ungeahnte Probleme mit sich bringen!
- Halloween-Kostüme sind noch freizügiger als Kostüme im köllschen Karneval
- Die Deutsche Bahn ist vielleicht doch nicht so schlecht wie ich (und vor allem mein Papa) immer dachten (ich weiß, dass einige meiner Freunde im Raum Stuttgart jetzt laut aufschreien werden, ich denke fest an euch!)
- Das einzige Thema der Grünen in Amerika ist die Legalisierung von Gras
- 1 voller Haushalts-Abfalleimer hat bereits 37 volle Abfalleimer der Industrie verursacht (das sind jetzt amerikanische Zahlen, dennoch denke ich, dass wir darüber alle einmal nachdenken sollten!)
- und noch viel, viel mehr…
Aber nun möchte ich euch etwas detaillierter an diesen Lernprozessen teilhaben lassen.
Das Eislaufen war, wie so viele Events hier, ein Fundraising Event, was bedeutet, das Geld für irgendwelche gemeinnützigen Zwecke gesammelt wird – in diesem Fall für Highschool-Sport. (Ohne zu lügen, werden wir bestimmt zu 3 Fundraising Events jede Woche eingeladen, manchmal mit dem Hintergrund selber etwas zu erstellen, das ist dann z. B. die Arbeit in Community-gardens, oder man entwirft ein Bühnenbild für ein Theater, oder man spendet ganz simpel durch eine Teilnahmegebühr, oder eben eine normale Spende, da sollten aber mittlerweile alle wissen, dass wir da nicht die beste Zielgruppe sind ;-)
Zurück zum Eislaufen. Ich habe mich riesig darauf gefreut, denn Schlittschuhlaufen macht mir echt Spaß und ich Deutschland war ich auch immer relativ stolz auf meine Fähigkeiten…
Inspiriert vom Fundraising Event ging es am darauffolgenden Freitag (ich habe wirklich zu lange nicht mehr geschrieben, muss ich gerade mal an meinem Vokabular feststellen…) zum örtlichen Eishockey-Derby. Das war wirklich ein Erlebnis! Denn unsere Fighting Falcons lagen im 3ten Drittel 3:10 hinten, weshalb dann eine riesige Schlägerei losging – nicht unter den Fans wohlgemerkt, unter den Spielern. Das ganze Spiel war für mein Verständnis relativ aggressiv gewesen, aber mit nur noch 2 (oder 3 – ich weiß es nicht mehr genau) Spielern auf dem Feld, da alle anderen mit Penalty kurz- oder langfristig gesperrt waren, hatte das Spiel nun definitiv seinen Höhepunkt erreicht. Um meinen Schrecken etwas in Grenzen zu halten (oder auszubauen – ich weiß es nicht) hat mir Sarah dann erklärt, dass man hier in Michigan auch zu sagen pflegt: „Oh eine Schlägerei, lasst uns ein Eishockey-Spiel anzetteln.“
Am nächsten Morgen haben Philip (der mich 10 Tage besucht hat) und ich uns dann mit dem Zug auf den Weg nach Chicago gemacht, was eine wirklich spannende Angelegenheit war.
Denn zum Einen ist Cicago eine großartige Stadt, zum Anderen entspricht reisen mit dem Zug hier mal so gar nicht meinen persönlichen Vorlieben. Bin ich in Deutschland gern in der letzten Minute in den Zug gehüpft, so muss man hier mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt bereitstehen um zu boarden. (bewusst nicht in „“ gesetzt, denn es heißt wirklich so!) Man zeigt dem Schaffner seinen Ausweis, die Tickets werden vorab geprüft und dann wird man dem speziell für einen vorgesehenen Waggon zugewiesen. Das einzig wirklich sinnvolle an dem ganzen Prozedere ist, dass der Schaffner darauf acht nimmt, dass Vierer-Plätze auch wirklich für Gruppen oder Familien freigehalten werden und, dass nur genau so viele Tickets verkauft werden, wie Sitzplätze zur Verfügung stehen – man muss also nicht irgendwo im Gang neben einer defekten Toilette lungern und die Bahn macht auch keinen Reibach mit Sitzplatzreservierungen – aber vielleicht befindet man sich hier gerade im Benchmarking-Prozess und diese Vorteile werden auch weichen müssen. Sind dann irgendwann alle Reisenden soweit platziert, kann der EINZIGE Zug am Tag dann den Bahnhof verlassen.
Angekommen in Chicago haben wir zunächst unsere Uhr um eine Stunde zurückgestellt (mit dem Zug in eine andere Zeitzone zu reisen ist schon cool, wie Philip festgestellt hat) um dann festzustellen, wie große Bahnhöfe in Amerika aussehen: Wie eine alte, widrig belichtete Lagerhalle! Wirklich! Nachdem wir dem Wirrwarr des Bahnhofs nach einer gefühlten halben Stunde dann entkommen sind, hat uns Chicago mit Regen und, wer hätte das gedacht: Wind empfangen! (Chicago wird hier auch „The windy City“ genannt)
Tja, was blieb uns am ersten Tag also anderes übrig als shoppen zu gehen ;-)
To be continued…
…pretty soon – I promise!
Schön von dir zu hören äh lesen ;-) Jetzt hab ich mich etwas auf den neuesten Stand gebracht, während du gerade schwimmen bist! Hoffe, es klappt nachher mit telefonieren. Der Balkon ist jedenfalls winterfest, es ist zappenduster und ich ess jetzt noch kurz ne Pizza ;-) Freu mich auf dich!!!
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